Die häufigsten Fragen und Anmerkungen zum Nahwärmenetz und zur regenerativen Wärmeerzeugung in Preetz

 

  1. Was ist Nahwärme?
  2. Wie kommt die Nahwärme in mein Haus?
  3. Welche Funktion hat die Hausübergabestation?
  4. Wer übernimmt die Hausanschlusskosten?
  5. Wer richtet die Grundstücksfläche wieder her?
  6. Können zwei Grundstücke über eine gemeinsame Hausanschlussleitung angeschlossen werden?
  7. Kann ich meine alte Heizungsanlage in Betrieb lassen?
  8. Mein Kessel ist noch relativ neu, da ist es für mich noch nicht sinnvoll, mich schon jetzt an die Nahwärmeversorgung der PreBEG anschließen zu lassen.
  9. Ich habe noch Heizöl in meinem Tank: Kann ich auch zu einem späteren Zeitpunkt Wärme abnehmen?
  10. Kann ich mich auchzu einem späteren Zeitpunkt anschließen lassen?
  11. Kann die Nahwärme auch für Niedrigtemperaturheizanlagen (Fußbodenheizung) genutzt werden?
  12. Kann ich bei der Nahwärme auch eine Tag- und Nachtabschaltung eingeben und im Sommer die Heizung ausmachen?
  13. Wer übernimmt die Wartung des Wärmenetzes?
  14. Ist die Wärmelieferung auch sicher?
  15. Welche Energieträger werden für die Wärmeerzeugung eingesetzt?
  16. Kann eine Nahwärmeleitung  kaputt gehen?
  17. Immer wieder ist im Zusammenhang mit dem Nahwärmeanschluss von einem hydraulischen Abgleich zu hören. Was ist dies eigentlich, muss ich das auch in meinem Haus machen lassen, wer macht das , was kostet das und wer muss den hydraulischen Abgleich bezahlen?
  18. Gibt es eine Mindestabnahmemenge?
  19. Wer kümmert sich eigentlich um den Verkauf meines Heizkessels / Heiztherme und des Warmwasserbereiters? Übernimmt den Verkauf die PreBEG für mich?
  20. Warum sollte ich auf Nahwärme umsteigen?
  21. Als Eigentümer einer Immobilie oder als Mitglied in einer WEG bin ich gegen eine Mitgliedschaft in der PreBEG, weil ich mich dann in die Abhängigkeit eines einzelnen Anbieters begebe.
  22. Es wird Biogas verwendet. Durch den Aufbau der Wärmeversorgung wird noch mehr Mais angebaut werden müssen, um die notwendige Wärme zu produzieren. Dies führt zu einer weiteren Zerstörung der Böden und zu mehr Treckerverkehr.
  23. Wo kommen die Holzhackschnitzel her?
  24. Der Hackschnitzelkessel emittiert Feinstaub und Ruß. Das wollen wir nicht haben.
  25. Wir sollten auf modernere Techniken, z.B. Wasserstofftechnologie, warten.
  26. Wieso wird kein Überschussstrom aus Windkraftanlagen eingesetzt, wo doch immer wieder Windräder still, weil die Stromnetze überlastet sind?
  27. Ich finde es nicht gut, dass sehr viel Fläche für die Solarthermie gebraucht wird.
  28. Die Biogasanlage hat noch eine Restlaufzeit von 13 Jahren. Was passiert dann?
  29. Der Biogasanteil beträgt 15 % an der Jahreswärmeproduktion. Lässt sich dies ändern?
  30. Was kostet denn eigentlich ein Hausanschluss?
  31. Bezahlen wir als WEG mehr, wenn wir uns an die Wärmeversorgung anschließen?
  32. Wo wird die Anlage errichtet?
  33. Wann wird die Wärmversorgung gebaut und wann können wir angeschlossen werden?
  34. Es wird immer von CO2-freier Verbrennung gesprochen. Aber die Herstellung der techn. Anlagen produziert auch CO2. Das wird gerne vergessen.
  35. Was passiert, wenn große Abnehmer wie z.B. die Schwimmhalle nicht mehr versorgt werden, weil z.B. der Betrieb eingestellt wird?
  36. Warum sollen wir der PreBEG beitreten?
  37. Als älterer Mensch, der im Gebiet Glindskoppel / Wundersche Koppel wohnt und dort ein Haus hat, fühle ich mich zu alt und nicht mehr fit genug, um mein Haus an die Nahwärmeversorgung der PreBEG anzuschließen.

 

 

Was ist Nahwärme?

Der Begriff Nahwärme bezeichnet die Wärmeversorgung eines kleineren Gebiets durch eine Heizzentrale, die sich nahe des zu versorgenden Gebietes befindet.

 

Mit Hilfe von einem oder mehreren Wärmeerzeugern wird Wasser erwärmt und über ein verzweigtes Rohrleitungsnetz – das Nahwärmenetz – zu den Wärmabnehmern transportiert. Über Wärmetauscher, welche sich in einer sogenannten Hausübergabestation befinden, wird die Wärme vom Nahwärmenetz auf das Heizungssystem und zur Warmwasserbereitung des Wärmeabnehmers übertragen. Das abgekühlte Wasser fließt über den Rücklauf zurück zur Heizzentrale.

 

Wie kommt die Nahwärme in mein Haus?

Vom Nahwärmenetz in der Straße wird die Hausanschlussleitung über Ihr Grundstück in den Heizungsraum verlegt und an die Hausübergabestation angeschlossen. Dafür ist eine Kernbohrung erforderlich, durch die die Hausanschlussleitungen (Vorlauf und Rücklauf) in das Gebäude geführt werden. Danach wird die Wand wieder wasserdicht verschlossen.

 

Welche Funktion hat die Hausübergabestation?

Das heiße Wasser des Nahwärmenetzes wird mit Hilfe von Pumpen zu den Häusern transportiert (Vorlauf). Die Hausübergabestation enthält zwei Wärmetauscher, die die Wärme auf den hausinternen Heizkreislaufund für die Warmwasserbereitung übertragen. Das abgekühlte Wasser fließt zurück in das Nahwärmenetz zur Heizzentrale (Rücklauf). Über den Wasserdurchfluss und die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf wird mit Hilfe des in der Übergabestation integrierten Wärmemengenzählers die abgenommene Wärme ermittelt.

 

Wer übernimmt die Hausanschlusskosten?

Im Zuge der Tiefbauarbeiten übernimmt die PreBEG die Beauftragung der Leitungsverlegung ins Haus bis zur Übergabestation und die Installation der Übergabestation. Die Kosten werden Ihnen gegen einen pauschalen Betrag in Form der Kapitalrücklage in Rechnung gestellt. Die Übergabestation bleibt dabei im Eigentum der PreBEG, wobei diese auch anfallende Kosten für Wartung und Reparaturen übernimmt.

 

Alles jenseits der Übergabestation fällt in die Zuständigkeit des Hauseigentümers. So z.B. der Kessel- und Tankausbau sowie die Einbindung des hausinternen Heizkreislaufs (Neuanbindung an die Übergabestation). Je nach Gebäude können diese Kosten variieren und liegen erfahrungsgemäß zwischen 500 und 1.500 €.

 

Wer richtet die Grundstücksfläche wieder her?

Die von der PreBEG beauftragte Baufirma wird den vorherigen Zustand wieder bestmöglich herstellen. Sollten Sie Aufwertungen an Ihrem Grundstück vornehmen wollen, sind diese selbst zu tragen.

 

Können zwei Grundstücke über eine gemeinsame Hausanschlussleitung angeschlossen werden?

 

Das ist aus technischer Sicht kein Problem. Sollten Sie Eigentümer beider Grundstücke sein, spricht auch rechtlich nichts dagegen. Anders ist es bei verschiedenen Eigentümern. Um die Wärmelieferung beider Anschlussnehmer sicherstellen zu können, müsste dann eine Dienstbarkeit (Nutzungsrecht) eingetragen werden.

 

Kann ich meine alte Heizungsanlage in Betrieb lassen?

„Jein“. Handelt es sich um eine Solarthermieanlage oder einen Kachelofen, ist eine Kombination mit der Nahwärme möglich und aus ökologischen Gesichtspunkten auch wünschenswert. Bei fossil betriebenen Heizungsanlagen bitten wir Sie, die Heizung still zu legen bzw. auszubauen. Dies ist für die Planungssicherheit unerlässlich.

 

Mein Kessel ist noch relativ neu. Da ist es wenig sinnvoll für mich, mich an die Nahwärmeversorgung der PreBEG anschließen zu lassen.

Es ist gut nachvollziehbar und akzeptiert, dass von Seiten eines Hausbesitzers gerade bei neueren Heizkessel nur eine sehr geringe/ keine Bereitschaft besteht, kurzfristig erneut in die Heizungsanlage zu investieren. Dies um so mehr, als sich für Kessel, die älter als 4 – 5 Jahre sind, kaum noch ein Verkaufserlös z.B. über das Internet erzielen lässt.

Hausbesitzer mit einem Heizkesselalter von bis zu 7/8 Jahren sollten gleichwohl der Genossenschaft beitreten und damit das Anrecht auf einen Nahwärmeanschluss durch die PreBEG erwerben. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wird dann vom Abzweig der Versorgungsleitung aus der Hausanschluss errichtet. Dieser Zwischenschritt für die Wärmeversorgung ist mit Kosten von 1.750 € ( 250 € Eintrittgeld, 1.500 € Genossenschaftsbeitrag) verbunden. Und dabei müssen Sie nach dem Beitritt zur Genosssenschaft lediglich 350 € sofort zahlen, der Rest wird erst fällig, wenn die Bagger rollen.

Hausbesitzer, deren Kessel bereits mehr als 8 Jahre alt ist, sollten sich kurzfristig zu einem Anschluss an die Wärmeversorgung der PreBEG entschließen und den alten Kessel nach erfolgtem Umschluss entsorgen lassen.

Unser zukunftsweisendes Projekt „Solare Wärme für Preetz“ kann nur dann umgesetzt werden, wenn möglichst viel Hausbesitzer sich für eine Mitgliedschaft in der PreBEG entscheiden, selbst wenn sie erst vor wenigen Jahren in einen neuen Heizkessel/ Heiztherme investiert haben.

 

Ich habe noch Heizöl in meinem Tank: Kann ich auch zu einem späteren Zeitpunkt Wärme abnehmen?

Bei geringen Restmengen kann das Heizöl noch verbraucht werden, bis Sie an das Nahwärmenetz angeschlossen werden. In der Regel gewährt die PreBEG eine Übergangsfrist zwischen 1 und 2 Jahren. Die Details dazu regelt der Wärmeliefervertrag.

 

Kann ich mich auchzu einem späteren Zeitpunkt anschließen lassen?

„Jein.“ Während der Planungsphase eines Nahwärmeprojektes werden die Wärmebedarfe der Interessenten abgefragt. Anhand dieser Daten wird das Netz geplant und ausgelegt. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt weitere Interessenten hinzukommen, können diese unter Umständen nicht angeschlossen werden, wenn die Auslastungsgrenze des Nahwärmenetzes erreicht ist.

 

Kann die Nahwärme auch für Niedrigtemperaturheizanlagen (Fußbodenheizung) genutzt werden?

Das ist problemlos möglich. Auch wenn über das Nahwärmenetz der PreBEG immer mindestens 70°C anliegen, kann mit Hilfe eines Mischventils innerhalb des Heizungskreislaufes des Wärmeabnehmers die Heizungsvorlauftemperatur auf das gewünschte Niveau abgesenkt werden.

 

Kann ich bei der Nahwärme auch eine Tag- und Nachtabschaltung eingeben und im Sommer die Heizung ausmachen?

Der Anschluss an das Nahwärmenetz ist mit einem modernen Steuerungs- und Regelungs-system verbunden. Auch Nachtabsenkungen, Einstellung der Warmwassertemperatur, Zeitprogrammierungen, Außentemperatursteuerung, Frostschutz, Ferien- und Wochenendprogrammierung etc. sind möglich.

 

Wer übernimmt die Wartung des Wärmenetzes?

Die PreBEG als Betreiberin des Wärmenetzes ist für die Wartung der Leitungen bis zur Übergabestation und für die Wartung der Übergabestation verantwortlich. Für das hausinterne Heizungs- und Warmwassernetz sind Sie als Eigentümer verantwortlich.

 

 Ist die Wärmelieferung auch sicher?

Die PreBEG garantiert Ihnen die Wärmelieferung zu jeder Zeit. Unser Konzept sieht die Installation von mehreren Grund- und Spitzenlastkesseln vor, so dass auch bei Wartungs-arbeiten oder Störungen eines Kessels genug Wärmeleistung durch die anderen Heizanlagen erzeugt werden kann. Zudem werden große Pufferspeicher installiert, die für zusätzliche Versorgungssicherheit sorgen. Sollte es dennoch einmal schwerwiegendere Probleme geben, wird die Versorgung über eine mobile Heizungsanlage sichergestellt.

 

Welche Energieträger werden für die Wärmeerzeugung eingesetzt?

Bei einer Anschlussquote von 70 % beträgt die max. Wärmeleistung bei -10ºC Außentemperatur für die Glindskoppel/Wunder’sche Koppel rund 3.500 kW. Der jährliche Wärmeverbrauch liegt bei ca. 11.000 MWh.

 

Die Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass ein Wärmeerzeugungspark bestehend aus: Biogas-KWK-Anlage (15%), Solarthermie (19%), Holzhackschnitzelkessel (61 %) und Erdgaskessel (5 %) zu den wirtschaftlich günstigsten Wärmepreisen führt. Damit erhalten Sie als Wärmekunde 95 % erneuerbare Energie!

              

 Kann eine Nahwärmeleitung  kaputt gehen?

Bei jedem technischen Bauteil besteht das Risiko, dass es irgendwann einen Defekt aufweist. Die Lebensdauer eines Nahwärmerohrs liegt bei etwa 40 Jahren. Das gesamte Netz wird permanent durch ein Leckortungssystem fernüberwacht, so dass im Fall einer Störung die defekte Leitung ausfindig gemacht und der Fehler behoben werden kann.

 

 

Immer wieder ist im Zusammenhang mit dem Nahwärmeanschluss von einem hydraulischen Abgleich zu hören. Was ist dies eigentlich, muss ich das auch in meinem Haus machen lassen, wer macht das , was kostet das und wer muss den hydraulischen Abgleich bezahlen?

Nach dem Prinzip des geringsten Widerstandes will das Heizungswasser auf schnellstem Weg zurück zum Heizkessel oder zum Wärmetauscher. Dabei fließt durch lange, dünne Rohre weniger Wasser als durch kurze, dicke. Das führt oft dazu, dass vom Heizzentrum entferntere Räume, etwa im Dachgeschoss, nicht richtig warm werden. Hingegen werden Heizkörper, die nah am Heizkessel/Wärmetauscher liegen, zu heiß. Teure Heizenergie geht auf diese Weise verloren. Die effiziente und saubere Einstellung des Heizsystems durch einen hydraulischen Abgleich der Heizung stellt sicher, dass die Wärme optimal im Haus verteilt wird.

An den Thermostatventilen wird durch Voreinstellung die Durchflussmenge des Heiz-wassers am Heizkörper exakt reguliert und an den erforderlichen Bedarf des Raumes angepasst. Das Ergebnis: In der Heizung ist stets die richtige Wassermenge mit der richtigen Temperatur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Die Wärme wird gleichmäßig und effizient im Haus verteilt.

Bei einem Anschluss an die Nahwärmeversorgung ist der hydraulische Abgleich im Gebäude unbedingt erforderlich, damit die Wärme, die von der PreBEG zur Verfügung gestellt wird, optimal genutzt, die Kosten reduziert und die Temperaturen in der Rücklaufleitung möglichst gering werden.

Für ein Einfamilienhaus dauert die Datenaufnahme etwa 1,5 Stunden, die Berechnung etwa vier Stunden. Die Einstellarbeiten an den Heizkörpern dauern etwa fünf Minuten pro Heizkörper, wenn keine oder nur wenige Bauteile ausgetauscht werden müssen. Insgesamt kann man also mit ca. 7 bis 8 Stunden rechnen. Bei einem durchschnittlichen Stundensatz von ca. 50 €/Stunde kostet der hydraulische Abgleich incl. Einbau voreinstellbarer Thermostatventile also zwischen 500 € und 800 €. Heute kann nahezu jeder Heizungsbauer den hydraulischen Abgleich durchführen.

Da es sich dabei um Maßnahmen innerhalb des Gebäudes handelt, müssen die Kosten für den hydraulischen Abgleich vom Hausbesitzer getragen werden. Übrigens: Für den hydraulischen Abgleich gibt es eine Förderung von bis zu 30 %.

 

 

Gibt es eine Mindestabnahmemenge?

 Nein, eine Mindestabnahmemenge halten wir aus ökologischen Gründen für nicht vertretbar.

 

Wer kümmert sich eigentlich um den Verkauf meines Heizkessels / Heiztherme und des Warmwasserbereiters? Übernimmt den Verkauf die PreBEG für mich?

 

Trotz vielfältiger Versuche ist es uns nicht gelungen, ein Konzept zu entwickeln bzw. von den Erfahrungen anderer Genossenschaften zu profitieren, wie z.B. eine Rücknahme der Heizkessel und Warmwasserbereiter gegen Entgelt erfolgen könnte.
 
Rückfragen bei diversen Unternehmen haben ergeben, dass es keinen Sinn macht, wenn z.B. die PreBEG die Heizkessel/Heizthermen aufkauft und versucht diese weiter zu veräußern. Im Zweifel bleibt dann die PreBEG auf einer Vielzahl unterschiedlicher Kessel und Warmwasserbereiter (Ölkessel, Gaskessel, Gasthermen, Kessel/Thermen mit oder ohne Brennwertnutzung, unterschiedlichste Hersteller von Bosch bis Wolf und von Buderus bis Viessmann, Leistungen von 10 – 30 kW etc.) sitzen.
 
Es muss deshalb dabei bleiben, dass jeder Hausbesitzer seinen Heizkessel/Heiztherme sowie den Warmwasserbereiter durch einen Heizungsbauer ausbauen lässt und versucht, die Geräte z.B. über das Internet zu verkaufen.
 
Sollte ein Hausbesitzer seinen noch relativ guten Kessel an die PreBEG verschenken wollen, so wird dieser Kessel eingelagert und findet dort Verwendung, wo ein potentieller Wärmekunde für einen Überbrückungszeitraum noch einen Heizkessel benötigt, bis die Wärmeversorgung auch dessen Haus erreicht hat und der Umschluss auf die Wärmeversorgung erfolgen kann.

 

 

 Warum sollte ich auf Nahwärme umsteigen?

Sie sind mit einem Anteil von 95 % erneuerbarer Energie fast unabhängig von fossilen Energien, die einerseits starken Preisschwankungen unterworfen sind, andererseits immer teurer werden. Die Spekulation für den Zeitpunkt des günstigsten Öleinkaufs und der Lieferantenwechsel entfallen. Stattdessen wird mit Solarenergie, Hackschnitzeln aus Knickholz und heimischen Forsten sowie der Abwärme aus der Biogasanlage des Hofes Hörnsee geheizt. So bleibt das Geld in der Region und weite Transportwege mit ihren Risiken für Umwelt und Weltmeere entfallen. Damit sinken die CO2-Emissionen gleich doppelt und die Heizkosten bleiben insbesondere durch den hohen solaren Anteil auf Dauer preisstabil und kalkulierbar.

 

Des Weiteren benötigen Sie keine eigene Heizungsanlange mehr. Es entfallen Wartungs-, Instandhaltungs- und Investitionskosten in eine neue Heizungs- und Schornsteinanlage. Auch um verschärfte Abgasnormen müssen Sie sich keine Gedanken machen. Zusätzlich wird im Haus durch den Wegfall der Heizung Platz geschaffen, den Sie anderweitig nutzen können.

 

Wir garantieren Ihnen die Wärmelieferung zu jeder Zeit – ein defekter Heizkessel mitten im Winter, kann Ihnen nicht (mehr) passieren.

 

Als Eigentümer einer Immobilie oder als Mitglied in einer WEG bin ich dagegen, weil ich mich dann in die Abhängigkeit eines einzelnen Anbieters begebe.

Sie und die WEG sind Teil der Preetzer BürgerEnergie Genossenschaft PreBEG. Damit bestimmt jeder von Ihnen mit, was in der Genossenschaft passiert und wie mit dem Preis für die Wärme und möglichen Gewinnen der Genossenschaft umgegangen wird.

 

 Es wird Biogas verwendet. Durch den Aufbau der Wärmeversorgung wird noch mehr Mais angebaut werden müssen, um die notwendige Wärme zu produzieren. Dies führt zu einer weiteren Zerstörung der Böden und zu mehr Treckerverkehr.

Die Biogasanlage besteht bereits. Sie darf nicht vergrößert werden, so dass sich auch der Maisanbau auf dem Hof Hörnsee und der Treckerverkehr nicht verändern wird. Der Anteil der Biogaswärme liegt bei 15 % und wird sich nicht steigern lassen.

 

Wo kommen die Holzhackschnitzel her?

Die Hackschnitzel kommen nach Möglichkeit aus der Region. Es wird aus Kostengründen und zum Schutz der Umwelt auf kurze Transportwege geachtet.

 

Der Hackschnitzelkessel emittiert Feinstaub und Ruß. Das wollen wir nicht haben.

Die Anlage wird nur nach der gültigen Bundesimmissionsschutz-Verordnung (BImSchV) errichtet werden dürfen. Eine Feinstaubemission wird durch Elektrofilter ausgeschlossen. Es ist jedoch eine Rauchfahne aus Wasserdampf zu sehen.

 

Wir sollten auf modernere Techniken, z.B. Wasserstofftechnologie, warten.

Die Wasserstofftechnologie steckt noch in den Kinderschuhen und wird erst in etlichen Jahren zur Verfügung stehen können. Wir dürfen und können nicht solange auf andere Techniken warten und stattdessen weiterhin Öl oder Gas verbrennen – mit den bekannten umweltzerstörerischen Auswirkungen.

 

Wieso wird kein Überschussstrom aus Windkraftanlagen eingesetzt, wo doch immer wieder Windräder still, weil die Stromnetze überlastet sind?

Es gibt absehbar in Preetz und Umgebung keinen „Überschussstrom“, der ohne Netzentgelte, Steuern und Abgaben (insgesamt rund 15 Ct/kWh) einsetzbar wäre. Strom ist aber nur konkurrenzfähig, wenn er von Steuern und Abgaben befreit wäre und „frei Haus“ maximal 3 Ct/kWh (für Wärmenetzanlagen) kostet. Für monovalente Heizzwecke müsste er auch zur kältesten Jahreszeit sicher zu diesem Preis zur Verfügung stehen, das ist bei „Überschuss“-Angeboten niemals der Fall. Das Nahwärmenetz in Preetz ermöglicht den Einsatz unterschiedlicher Primärenergieträger: Knickholz, Solarthermie, Biogas und auch ggf. „Überschussstrom“ - alles eine Frage des jeweiligen Preises.

 

Es wird sehr viel Fläche für die Solarthermie gebracht. Ich habe noch die Zeiten miterlebt, als jede noch so kleine Fläche für den Anbau von Gemüse genutzt wurde.

Es stimmt, wir brauchen für die Solarthermie viel Fläche. Doch es ist nicht erkennbar, dass Zeiten wie nach dem Krieg, als viele noch ein Schwein im Hinterhof hatten und Salat, Gemüse und Obst selbst anbauten, erneut zu erwarten sind.

 

Die Biogasanlage hat noch eine Restlaufzeit von 13 Jahren. Was passiert dann?

Es ist derzeit nicht absehbar, was mit den vielen derzeit in Betrieb befindlichen Biogas-Anlagen auf der gesetzgeberischen Seite geplant ist. Es ist jedoch nicht vorstellbar, dass diese Anlagen alle abgeschaltet werden müssen, wenn die EEG-Förderung ausläuft. Dies wäre bezogen auf die Energiewende absolut kontraproduktiv.

 

Der Biogasanteil beträgt 15 % an der Jahreswärmeproduktion. Lässt sich dies ändern?

Die Abwärme der Biogasanlage ist eine günstige Wärmequelle. Wenn die Solarthermie weiter ausgebaut wird, dann geht dies eher zu Lasten der Holzhackschnitzelanlage, da diese höhere Wärmekosten verursacht als die Biogaswärme.

 

Was kostet denn eigentlich ein Hausanschluss?

Es gibt drei Staffelungen: Bis 25 kW, bis 100 kW und über 100 kW Anschlussleistung.

 

Wenn ein Gebäude: unter 25 kW Anschlussleistung liegt wie z.B. ein Reihenhaus oder Einfamilienhaus, dann liegen die Kosten bei:

 

   250 € Eintrittsgeld

1.500 € Genossenschaftsbeitrag,

3.820 € Kapitalrücklage

 

5.570 € Gesamtinvestition

Der Grundpreis beträgt pro Jahr 476 €, der Arbeitspreis 75 € pro MWh.

 

Wenn ein Gebäude z.B:  unter 100 kW Anschlussleistung liegt, dann liegen die Kosten bei:

   

   250 € Eintrittsgeld

1.500 € Genossenschaftsbeitrag,

7.140 € Kapitalrücklage

 

8.890 € Gesamtinvestition

Der Grundpreis beträgt pro Jahr 952 €, der Arbeitspreis 75 € pro MWh.

 

Bei über 100 kW Anschlussleistung liegen die Kosten bei:

 

   250 € Eintrittsgeld

1.500 € Genossenschaftsbeitrag

9.520 € Kapitalrücklage

 

11.270 € Gesamtinvestition

Der Grundpreis beträgt pro Jahr 1.428 €, der Arbeitspreis 75 € pro MWh.

 

Die Kosten für den Ausbau des Erdgas-/Ölkessels und das Öltanks müssen von der WEG / dem Eigentümer übernommen werden.

 

Bezahlen wir als WEG mehr, wenn wir uns an die Wärmeversorgung anschließen?

Da einige Wohnungen nicht von den Eigentümern genutzt, sondern vermietet sind, muss die Wärmelieferverordnung beachtet werden. Danach darf bei einer Umstellung der Wärmeversorgung der Wärmepreis nicht höher sein als vorher, die Effizienz der Anlage muss aber besser sein als vorher. Sie als WEG bezahlen also nicht mehr als für konventionelle Energie, gewinnen darüber hinaus noch den sehr guten Primärenergiefaktor von 0,0, der Ihnen für mögliche Sanierungsmaßnahmen eine sehr kostengünstige Finanzierung über KFW-Fördermittel und Darlehen ermöglicht und tun gleichzeitig noch sehr viel für die Umwelt.

 

Wo wird die Anlage errichtet?

Die Anlagen werden entlang der L 49 gebaut werden. Diese Flächen liegen derzeit noch im Landschaftsschutzgebiet und müssen über ein vorhabenbezogenes B-Plan-Verfahren aus dem Landschaftsschutz entlassen werden.

 

Wann wird die Wärmversorgung gebaut und wann können wir angeschlossen werden?

 Es wird damit gerechnet, dass das B-Plan-Verfahren ca. 12 Monate dauert. Im Anschluss daran werden die Planungsaufträge vergeben und damit etwa im Frühjahr 2019 (Stand 10/2017) mit dem Aufbau der regenerativen Wärmeversorgung begonnen.

 

 Es wird immer von CO2-freier Verbrennung gesprochen. Aber die Herstellung der techn. Anlagen produziert auch CO2. Das wird gerne vergessen.

Es ist richtig, dass bei der Herstellung der Anlagen und Anlagenkomponenten CO2 emittiert wird. Im laufenden Betrieb wird jedoch im Gegensatz zu Öl und Gas kein CO2 mehr emittiert. In der Summe lassen sich so ca. 3.000 t CO2/a einsparen. Im Übrigen ist für die Herstellung all der vielen kleineren Heizkessel am Ende deutlich mehr Energie erforderlich als für die gemeinsame Heizzentrale und die Wärmeleitungen.

 

 Was passiert, wenn große Abnehmer wie z.B. die Schwimmhalle nicht mehr versorgt werden, weil z.B. der Betrieb eingestellt wird?

Der Wegfall eines Großverbrauchers wäre zwar ärgerlich, könnte jedoch durch die Versorgung anderer Gebäude z.B. der Klinik Preetz oder des Hauses am Klostergarten kompensiert werden.

 

Warum sollen wir der PreBEG beitreten?

 Mit dem Beitritt sorgen Sie dafür, dass

  • 95 % regenerative Energie zum Einsatz kommen kann und fossile Energieträger weitgehend vermieden werden,
  • die CO2-Emissionen damit um über 3.000 t/a reduziert werden und so die Umwelt geschont wird,
  • auch für unsere Kinder und Enkel die Umwelt noch lebenswert ist,
  • unser Geld nicht für Öl und Erdgas ausgegeben wird, nicht nach Saudi-Arabien oder nach Russland geht, sondern in der Region bleibt und in Preetz und Umgebung für Arbeitsplätze sorgt,
  • regionale Unternehmen und die Forstwirtschaft eingebunden werden: Energie aus der Region – für die Region
  • die Energiewende nicht nur leeres Gerede bleibt und jeder seiner Verantwortung für die Umwelt gerecht werden kann,
  • die Stadt Preetz künftig einen großen Schritt in Richtung Klimaschutz gehen kann,
  • Preetz und Pohnsdorf einen Imagegewinn erfahren und zusätzliche Steuereinnahmen gewinnen
  • keine Schornsteinfeger-, Wartungs- und Instandhaltungskosten mehr anfallen,
  • eine hohe Versorgungssicherheit durch die Redundanz der Energieträger Sonne, Holz und Biogas in Verbindung mit Pufferspeichern in der Heizzentrale gegeben ist,
  • die Mitglieder der PreBEG mitbestimmen können, wie hoch der Wärmepreis liegen soll und was mit ev. Überschüssen aus dem Verkauf der Wärme geschehen soll,
  • es unser Projekt mit dauerhaft günstigen und kalkulierbaren Heizkosten ist
  • zusätzliche Vorteile bei der Gebäudesanierung durch besten Primärenergiefaktor generiert werden.

Als älterer Mensch, der im Gebiet Glindskoppel / Wundersche Koppel wohnt und dort ein Haus hat, fühle ich mich zu alt und nicht mehr fit genug, um mein Haus an die Nahwärmeversorgung der PreBEG anzuschließen.

 

Es ist gut nachvollziehbar und auch akzeptiert, dass ältere Menschen keine Lust mehr haben, sich dem – wenn auch überschaubaren - Streß eines Anschlusses des eigenen Hauses an die Wärmeversorgung auszusetzen.
 
Doch jede Bürgerin und jeder Bürger - und das gilt nicht nur für die Glindskoppel/ Wunder’schen Koppel - hat eine Verantwortung für die Umwelt und die nachfolgenden Generationen, der sie/er auch im Alter gerecht werden muss. Deshalb sollen und können auch ältere Menschen der Genossenschaft beitreten und so das Anrecht erwerben, einen Wärmeabzweig für ihr Haus von der Versorgungsleitung zu erhalten. Der Anschluss des Hauses wird dann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen
 
Dieser Zwischenschritt für die Wärmeversorgung ist mit Kosten von 1.750 € (250 € Eintrittgeld, 1.500 € Genossenschaftsbeitrag) verbunden.
 
Unser zukunftsweisendes Projekt „Solare Wärme für Preetz“ kann nur dann umgestezt werden, wenn möglichst viel Hausbesitzer sich für eine Mitgliedschaft in der PreBEG entscheiden, selbst wenn sie bereits zu den älteren Bewohnern gehören.