5. Generalversammlung

Unter reger Beteiligung - 143 von 317 stimmberechtigten Mitgliedern waren anwesend - fand am 30. Mai 2022 in der Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums die 5. Generalversammlung der Preetzer Bürgerenergie Genossenschaft eG statt. In Abwesenheit des positiv auf Corona getesteten Bürgermeisters und Aufsichtsratsvorsitzenden Björn Demmin gab es nach nunmehr 2 Jahren pandemiebedingter Pause endlich wieder eine Generalversammlung, auf der sich die Mitglieder von Angesicht zu Angesicht sehen konnten. Unter den Besuchern waren ebenfalls Axel Schreiner (Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses), Marco Lüth (Bürgermeister der Gemeinde Pohnsdorf), Günter Möller von der AktivRegion Schwentine-Holsteinische Schweiz sowie Inga Johnsen (Parteivorsitzende der CDU Preetz).

Nach der Begrüßung durch Lutz Reinhardt, der in Vertretung von Björn Demmin die Versammlung leitete, stellte Hans Eimannsberger den Bericht des Vorstandes über das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 vor. Einen Schwerpunkt legte er dabei auf die Darstellung der Zeitverzögerungen, die durch Institutionen wie die Untere Naturschuschutzbehörde, BAFA oder Institutionen des Landes entstanden sind. Gründe hätten dabei in der Überschreitung von Fristen, aber eben auch in der Unterbesetzung mancher Stellen wegen Corona bestanden.

Bisher habe die PreBEG 317 Mitglieder; allerdings seien darunter lediglich 259 Wärmeabnehmer, denn es gebe viele Fördermitglieder. Bezogen auf 347 Hausanschlüsse, die notwendig seien, um wirtschaftlich arbeiten zu können, liege die Quote bei 74,6%. Mindestens 60 Wärmeabnehmer fehlen noch.

Das Genehmigungsverfahren sei weit gediehen, allerdings stocke es aktuell seit einiger Zeit, da die Bankengespräche noch nicht abgeschlossen werden könnten. Erst wenn dies geschehen sei, könnten die Verträge mit der Gemeinde Pohnsdorf ratifiziert werden und die PreBEG bekomme Baurecht. Wichtig sei, dass die BAFA eine Förderung in Höhe von 49% in Aussicht gestellt habe. Diese nicht-formale und rechtlich nicht-bindende Zusage sei jedoch für die finanzierenden Banken wichtig.

Herr Eimannsberger stellt kurz die Vielzahl von Gutachten vor, die die PreBEG einreichen musste, und erzählt, dass die Gespräche kurz vor dem Abbruch gestanden hätten, als die Untere Naturschutzbehörde noch ein weiteres Gutachten für den Kiebitz gefordert habe.

Auch erläutert er, dass abweichend von der ursprünglichen Planung nur die Glindskoppel und Wundersche Koppel zu versorgen, eine Erweiterung der Planung vorgenommen worden sei, da die Fläche, auf der die PreBEG Wärme erzeuge so groß sei, dass die Hälfte der Haushalte von Preetz mit Wärme versorgt werden könnte. Dies habe z.B. dazu geführt, dass größere Leitungsdurchmesser verwendet werden müssten, die natürlich teuerer seien.

Nach diesem Bericht des Vorstandes stellte Franz Kuhnhäuser den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2021 vor.

Der Rechenschaftsbericht des Aufsichtsrates wurde von Lutz Reinhardt gegeben. Er beschrieb, dass der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig über alle wesentlichen Geschäftsvorgänge beraten habe und dass die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand sehr gut sei. Die Zahl der Aufsichtsratssitzungen, 4 ander Zahl im abgelaufenen Geschäftsjahr, mache aber deutlich, wie schwierig dieses Jahr gewesen sei. Diese Schwierigkeiten seien jedoch jetzt aus Sicht des Aufsichtsrates und des Vorstandes überwunden und man blicke positiv in die Zukunft. Allerdings würden nach wie vor Mitglieder fehlen. Herr Reinhardt forderte die Mitglieder auf, ihre Nachbarn, die noch nicht Mitglied seien, anzusprechen und zu überzeugen. Denn nur, wenn genügend Wärmeabnehmer in der Genossenschaft seien, könnte dieses Jahr noch der erste Spatenstich erfolgen.

Anschließend wurden der Vorstand und der Aufsichtsrat einstimmig bei 1 bzw. 2 Enthaltungen entlastet. Auch die turnusmäßige Wiederwahl von Lutz Reinhardt für 3 Jahre in den Aufsichtsrat war einstimmig bei einer Enthaltung.

Im Anschluss hatte wieder Herr Eimannsberger das Wort. Er stellte die steigende Inflationskurve, den steigenden Preisindex für Bauleistungen und die steigende Zinskurve vor. Dies und die erweiterete Planung hätten dazu geführt, dass der Baukostenzuschuss für die Heizungsanlage habe erhöht werden müssen. Für Anlage bis 25 kW betrage dieser jetzt 6.925 €. Und auch der Wärmepreis habe erhöht werden müssen auf 11,3 Cent / kWh. Man müsse jedoch hervorheben, dass weder die Genossenschaftsanteile noch der Grundpreis habe angehoben werden müssen. Im Anschluss zeigte Herr Eimannsberger noch die Preisentwicklungskurve von Energieträgern wie Öl, Gas oder Holzhackschnitzel und machte darauf aufmerksam, dass Holzhackschnitzel bisher nur eine moderate Preissteigerung erfahren hätten und dass es dort ansonsten im Verlauf der Jahre kaum zu Schwankungen gekommen sei.

Im weiteren Verlaugf zeigte Herr Eimannsberger noch einmal detailliert die Gründe für die erhebliche Zeitverzögerung des Projektes auf: Genehmigungsbehörden, Fördermittelgeber, Plaungsbüros sowie die Finanzinstitute hätten jeweils in spezifischer Form für diese Verzögerung gesorgt.

Im Anschluss gab es noch eine kurze Aussprache, bei der sich u.a. Axel Schreiner in seiner Funktion als Vorsitzender der Haupt- und Finanzausschusses zu Wort meldete. Er machte deutlich, dass die Stadtvertretung beschlossen habe, eine Bürgschaft über 10 Mio. Euro abzugeben. Wichtig war der Stadtvertretung dabei, dass dadurch die Erweiterung der Wärmeversorgung für die Hälfte der Einwohner*innen auf regenerativer Basis möglich sei. Nur so könne die Stadt ihr Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, erreichen.

Gegen 21 Uhr endete der Abend.

 


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Präsentation zur Mitgliederversammlung am 30. Mai 2022
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